Tipi
 
   
    Tipi  
   

Ein Tipi besteht aus einem Gestell aus Stangen (dünne Stämme von Nadelbäumen) und einer halbkreisförmigen Plane. Die Plane wird über das Gestell gelegt, an der Vorderseite überlappt und mit kleinen Holzstäben zusammengesteckt. Dadurch ergibt sich die typische Kegelform. Die Plane bestand früher aus Bisonleder. Seit der Nahezu-Ausrottung der Bisons und der Einsperrung der Indianer in Reservate ist die Tipiplane aus festem Stoff (Segeltuch).

Tipis haben eine fast kreisförmige Grundfläche von 3 bis 7 m Durchmesser. In der Mitte des Zeltes ist eine Feuerstelle und der Rest des Bodens ist mit Planen und Fellen ausgelegt.

An der Vorderseite des Tipis befindet sich über dem Eingang eine Rauchöffnung mit zwei Rauchklappen, die von hinten mit zwei Stangen gehalten werden. Mit diesen Stangen werden die Rauchklappen je nach Windrichtung ausgerichtet, damit der Rauch aus der Feuerstelle im Inneren abziehen kann. Da die Plane nicht ganz bis zum Boden reicht, sondern ca. 10 cm darüber aufhört, setzt ein Kamineffekt ein und der Rauch zieht ab. Die Plane wird mit Pflöcken am Boden verankert. Dadurch kann sie straff gespannt werden und hält selbst böigem Wind stand. Auf einigen alten Fotos sieht man auch Tipiplanen, die bis auf den Boden reichen und mit Steinen beschwert sind.

Im Inneren des Tipis befindet sich oft ein sogenanntes Lining (Futter, Auskleidung). Dieses wird an der Innenseite der Stangen angebunden und reicht vom Boden bis in etwa 1,5 m Höhe. Es dient vor allem als Windschutz. Tipis mit Lining sind wärmer und trockener, das Feuer brennt gleichmäßiger und es wird weniger Asche aufgewirbelt. Außerdem sind die Schattenumrisse der Menschen von außen nicht zu sehen.

 
     
       
    Wigwam  
   

Der Wigwam ist eine Behausung der in den nördlichen Waldgebieten Nordamerikas heimischen Indianer. Das Wort stammt aus der Sprache der Algonkin-Indianer und bedeutet in etwa Wohnung oder "Behausung". Wigwams unterscheiden sich im wesentlichen dadurch von den ansonsten ähnlichen Tipis, dass die vertikalen Stämme gebogen sind.

Zum Bau eines Wigwam wurden junge Hickorystämme oder frische Ulmenstämme abgeholzt, von den Ästen befreit und anschließend in einem Kreis von drei bis sechs Metern aufgestellt. Je nach Größe des Wigwam benötigte man zwischen sechs und 18 dieser bis zu fünf Meter langen Stangen. Unten wurden sie durch Eingraben in den Boden gesichert, von unten nach oben wurden sie nach und nach mit Querstangen verstrebt. Schließlich wurden die Spitzen der Stangen oben zu einer Art Rahmen zusammengebunden. Dieses Gestell wurde nun mit Grasmatten oder Schilfmatten bedeckt. Im Winter, wenn kein hohes Gras zur Verfügung stand, nahmen die Indianer auch Baumrinde von der Birke oder der Kastanie. Das Wigwam konnte, genau wie das Tipi, innen mit offenem Feuer beheizt werden.

Hauptsächlich die Waldlandindianer verwendeten diesen Behausungstyp. Er war auf eine längere Verweildauer am selben Ort ausgerichtet, konnte aber auch ohne große Einbußen an Material abgebaut und dank des überall vorhandenen Baustoffs auch schnell wieder neu errichtet werden.